Sebastian "Seppel" Jeschor

Position: Annahme, Außenangriff
Trikot-Nummer: 8
Geb.: 04.12.1979
Größe: 200 cm

Am letzten Spieltag wird mir die Ehre entgegengebracht, ein paar Takte über das "Herzstück" unserer Mannschaft zu verlieren. Zu hart mit ihm ins Gericht gehen darf ich jedoch nicht − er sitzt am längeren Hebel, bewohnt er doch zur Zeit meine Kölner Wohnung während ich in Brasilien weile.

"Herzstück" der Mannschaft − dies trifft zwar auch auf seine Leistungen auf dem Spielfeld zu, noch mehr aber auf seine Verdienste außerhalb des Platzes. Quasi kurz nach seiner Einschulung trat "Seppel" der Volleyballabteilung des TuS Schladern bei und hat so ziemlich jede Spielklasse mitgenommen. Es gibt wohl kaum jemanden in Deutschland der mehr Aufstiege gefeiert hat als unser Außenangreifer. Sieht man ihm auf dem Platz zu, könnte man jedoch meinen, seine Mannschaft befände sich im akuten Überlebenskampf. Er kann fünf Angriffe in Folge gegen einen Dreierblock durchbringen, eine perfekt Annahme haben und bereits fünf Asse geschlagen haben − macht er jedoch einen Fehler zerfleischt er sich sofort selbst. Auch die Mitspieler müssen schon mal in Deckung gehen, wenn er brüllend, mit Schaum vor dem Mund, kopfschüttelnd Richtung Grundlinie schreitet...

Dieses Verhalten tritt erstaunlicherweise jedoch nur innerhalb der 81m² zutage. Außerhalb des Volleyballfeldes gibt es wohl kaum einen sanftmütigeren, ausgeglicheneren und zuverlässigeren Spieler unserer Mannschaft als den aus 70 kg erbauten 2−Meter−Mann. Er sorgt dafür dass die Hallenzeiten koordiniert werden, die Heißwürstchen pünktlich im Foyer eintreffen, die Co−Trainer einen Stuhl neben der Bank haben, das Bier in ausreichenden Mengen vorhanden ist und Elmar zu den Auswärtsspielen mitfährt. Wenngleich mittlerweile viele Personen mithelfen, den Volleyball in Windeck weiter zu etablieren, so kann man die Verdienste unseres angehenden diplomierten Polizisten kaum hoch genug einschätzen.

Gerne würde ich Seppel und Co. heute gegen den Kölner Vorort unterstützen, muss aber noch ein wenig im Sand arbeiten.
Ein schönes Spiel und viele Grüße nach Herchen,
Jonas